Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Bleibt ein Lächeln ...

geschrieben von sabinacz 
Bleibt ein Lächeln ...
23. November 2009 02:34
Bleibt ein Lächeln ... Fern am Horizont...

(Konzertresümee Grugahalle Essen vs O2 World Berlin)

Ich hasse die O2 World, und eigentlich hatte ich entschieden, dort nie wieder eine Veranstaltung zu besuchen. Aber, Udo in Berlin on Stage, und ich nicht dabei? - Mein Konzertbesuch in der guten alten Gruga war für mich ein zwiespältiges Erlebnis gewesen (davon später). Die Show insgesamt und Udo’s Performance aber waren hervorragend - und so konnte ich nicht anders und ergatterte mir per Ebay in letzter Sekunde ein Ticket Innenraum für den Berlinauftritt.

Ich saß ganz links im 2. Parkettblock ungefähr in der Mitte der Halle. Udo direkt auf der Bühne bekam ich wegen der Kopfreihen vor mir nur selten zu sehen - dafür hatte ich das Close Up über die Superleinwand. Was allerdings super war, war das Klangerlebnis - auch im Vergleich zur Gruga. Orchester, Solisten, Udo’s Stimme - alles klang klar und von einander abgehoben. Die Nebengeräusche der 12.000 Besucher konnten nicht stören - in der zweiten Hälfte war da schon einiges los, aber die Hallenakustik schluckte das großteils.

Man konnte Udo etwas Nervosität anmerken, aber er schien (noch) mehr bei Laune als in Essen, seine Darbietung war noch besser (kaum möglich), alles perfekt. Die Stimmung um mich herum: riesig.

Das Konzert in der Grugahalle hatte bei mir einen seltsamen Eindruck hinterlassen, der sich in Berlin um einiges relativierte. In Essen hatte ich einen sehr guten Platz in der 13. Reihe, rechts vom Mittelgang, von wo aus ich die gesamte Bühne sehr gut sehen konnte. Mein Hörerlebnis verstörte mich etwas. Bei mir kam ein sehr breites dominierendes Orchester an, Tanzmusik bester Sorte mit Gesangseinlagen. Dieser Eindruck bereits in der ersten Halbzeit. In der zweiten selbstverständlich verstärkt. Ich kam mir vor wie bei einer (sehr guten) Mitternachtsshow des Lienhardorchesters mit (ausgezeichneten) Gesangssolisten - das ganze hatte für meine Ohren kaum noch etwas mit dem zu tun, was für mich seit mehr als vierzig Jahren das Musikerlebnis „Udo Jürgens" ausmacht. Da wurde gute, 'broadwayreife', Musik gespielt: Aber wer stand da eigentlich auf der Bühne?!

So in der Mitte der zweiten Hälfte ertappte ich mich dabei, dass ich mir ernsthaft überlegte, ob ich noch einmal in ein Konzert von Udo Jürgens gehen würde. Ich fasse es selbst nicht, aber es langweilte mich. Dabei war ich doch von einzelnen Liedern des Abends und wie Udo sie darbrachte begeistert: Einfach Ich, Das Narrenschiff, Nur ein Liebeslied (hier auch der Kontrast der Aufeinanderfolge der beiden Stücke!), Schenk mir noch eine Stunde, Gib mir Deine Angst, Deinetwegen. Die Gruga hinterließ mich ratlos.

Dann in Berlin war der Eindruck doch wieder sehr anders und ich nur zu froh, dass ich meinem Vorsatz - „Nie wieder O2!" - untreu geworden war. Die erste Hälfte versöhnte mich völlig: Ja, das war Udo, wie er leibt und lebt! Wie ich ihn als Künstler liebe. Die zweite Hälfte als Schongang für Udo: bei der Qualität voll akzeptiert.

Fazit: Udo ist in Bestform und die Show perfekt auf ihn und einen allgemeinen Publikumsgeschmack zugeschnitten. Die O2 World bietet eine hervorragende Beschallung, ansonsten ist man dort besser als Eissportfan aufgehoben. Ich persönlich möchte ein Konzert von Udo „hautnah" erleben, wenigstens auf angenehme Sichtweite, wo ein Lächeln gerade noch mit bloßem Auge erkennbar ist. Mich sieht die O2 frühestens in etwa 2 (?) Jahren wieder und wirklich nur, wenn’s überhaupt nicht anders geht.

Sie haben nicht die erforderliche Berechtigung, um in diesem Forum zu schreiben.

aktive Benutzer

Gäste: 17
Anzahl der Gäste: 2611 am 25. October 2021